TL;DR: Wir haben 2023 den Wechsel von WordPress zu Next.js vollzogen. Die Ergebnisse: 3× schnellere Ladezeiten, Lighthouse-Scores über 95, null Sicherheits-Updates und glücklichere Kunden. Hier ist der ehrliche Erfahrungsbericht.
Warum nicht einfach WordPress?
WordPress ist großartig. Ernsthaft. 43% des Webs läuft darauf, und für viele Projekte ist es die perfekte Wahl. Wir haben jahrelang damit gearbeitet — für uns und für Kunden.
Aber irgendwann haben wir gemerkt: Wir verbringen mehr Zeit mit WordPress-Wartung als mit dem, was wir eigentlich können — Design und Entwicklung. Plugin-Updates, Security-Patches, Performance-Tuning mit Cache-Plugins. Das frisst Zeit.
Was Next.js anders macht
SSG — Static Site Generation
Statt bei jedem Seitenaufruf die Datenbank abzufragen (wie WordPress), generiert Next.js alle Seiten einmal beim Build. Das Ergebnis: statische HTML-Dateien, die über ein CDN weltweit ausgeliefert werden.
Effekt: Ladezeiten unter 1 Sekunde. Kein PHP, keine Datenbank, keine Server-Last. Die Seite ist sofort da.
ISR — Incremental Static Regeneration
Aber was ist mit dynamischen Inhalten? Blog-Posts, die regelmäßig aktualisiert werden? Dafür gibt es ISR: Seiten werden im Hintergrund neu generiert, ohne dass die aktuelle Version offline geht.
Auf r.at aktualisiert sich zum Beispiel die Blog-Seite alle 60 Minuten automatisch — neue Artikel erscheinen ohne manuellen Deploy.
React Server Components
Das Killer-Feature von Next.js 2026: Server Components rendern auf dem Server und senden nur das fertige HTML an den Browser. Kein JavaScript für statische Inhalte. Das spart massiv Bundle-Größe.
Beispiel: Unsere Über-uns-Seite hat 0 KB Client-JavaScript für den Textinhalt. Nur interaktive Elemente (Slider, Formulare) laden JS nach.
Echte Performance-Daten
Hier die echten Zahlen von r.at:
- Lighthouse Performance: 95-100 (WordPress vorher: 60-75)
- LCP: 0.8s (vorher: 2.4s)
- INP: 40ms (vorher: 380ms)
- CLS: 0.01 (vorher: 0.12)
- First Contentful Paint: 0.5s (vorher: 1.8s)
Das sind keine Lab-Werte — das sind Felddaten aus Google Search Console, gemessen an echten Nutzern in Österreich.
Was es kostet (ehrlich)
Transparenz ist uns wichtig. Hier die ehrlichen Kosten:
- Entwicklung: 30-50% teurer als WordPress (custom Code statt fertige Themes)
- Hosting: Vercel Pro ab 20$/Monat (WordPress Hosting: 10-30€/Monat)
- Wartung: Nahezu null. Keine Plugin-Updates, keine Security-Patches, keine Datenbank-Optimierung
- Langfristig: Günstiger als WordPress, weil die Wartungskosten wegfallen
Eine typische KMU-Website mit Next.js bei r.digital: 5.000-15.000€ einmalig, 20-50€/Monat laufend. Eine vergleichbare WordPress-Website: 3.000-8.000€ einmalig, aber 100-300€/Monat für Wartung und Hosting.
Wann Next.js overkill ist
Ehrlich: Nicht jedes Projekt braucht Next.js. Wenn du:
- Einen einfachen 3-Seiter brauchst und in 2 Wochen live sein willst
- Ein sehr knappes Budget hast (unter 3.000€)
- Dein Team WordPress gewohnt ist und niemand React kann
- Einen bestehenden WooCommerce-Shop mit 10.000 Produkten hast
...dann ist WordPress oder sogar Squarespace die bessere Wahl. Wir sagen das offen — auch wenn es uns weniger Umsatz bringt.
Developer Experience (DX)
Ein oft übersehener Vorteil: Die Entwicklungs-Erfahrung mit Next.js ist hervorragend. Schnelleres Development bedeutet: Features werden schneller geliefert, Änderungen sind einfacher, und die Code-Qualität ist höher.
- TypeScript für Type Safety — weniger Bugs
- Tailwind CSS für schnelles Styling — konsistentes Design
- Hot Module Replacement — Änderungen sofort sichtbar
- Git-basierter Workflow — jede Änderung ist nachvollziehbar
- Vercel Deployment — Push to Git = automatisches Deployment
Fazit
Next.js ist nicht für jedes Projekt die richtige Wahl — aber für die Projekte, die wir bei r.digital typischerweise umsetzen (KMU-Websites, Landing Pages, Blogs, Portale), ist es der beste Stack auf dem Markt.
Die Performance spricht für sich, die Sicherheit ist eingebaut, und die langfristigen Kosten sind niedriger als bei WordPress. Wenn du wissen willst, ob Next.js für dein Projekt passt, sprich mit uns — wir beraten ehrlich.
Häufige Fragen
Können meine Mitarbeiter Inhalte selbst bearbeiten?
Ja. Wir bauen ein CMS-Backend (z.B. Storyblok, Supabase oder ein Custom Admin Panel) über das dein Team Texte, Bilder und Seiten bearbeiten kann — ohne Code-Kenntnisse.
Kann ich von WordPress zu Next.js migrieren?
Ja. Wir migrieren Content, URLs (301 Redirects), SEO-Daten und Design. Die Migration dauert typischerweise 4-8 Wochen je nach Projektgröße.
Was passiert, wenn ihr als Agentur nicht mehr verfügbar seid?
Next.js ist Open Source mit einer riesigen Community. Jeder React-Entwickler kann den Code weiterentwickeln. Du bist nicht an uns gebunden — und das ist Absicht.



